Frankfurt - Madrid - Frankfurt    10.03. - 12.03.2007


Schon seit Jahren hatte ich geplant endlich einmal zum Spotten nach Madrid zu reisen. Aus verschiedenen Gründen hat dies leider immer wieder nicht geklappt. Im Oktober 2006 hatte ich die Möglichkeit von Mallorca aus einen Tagestrip mit ca. 3,5 Stunden Aufenthalt in Madrid zu machen. Während dieser kurzen Zeit stellte ich anhand des Flugverkehrs fest, dass es sich definitiv lohnen würde für einen längeren Aufenthalt wiederzukommen.

Aufgrund des Klimas in Madrid plante ich eine solche Reise zunächst für April/Mai oder September 2007 oder aber vielleicht auch erst 2008. Letztendlich kam jedoch alles ganz anders. Aus verschiedenen Quellen war zu hören, dass am Flughafen Madrid zum 01.04.2007 hin diverse Umstrukturierungsmaßnahmen stattfinden sollen. Unter anderem sollen die alten Terminals 1, 2 und 3 geschlossen werden und der gesamte Verkehr dann über die Terminals 4 und 4S abgewickelt werden. Ebenfalls soll sich zum selben Termin die Start- und Ladebahnnutzung ändern. Diese Veränderungen bedeuten eine einschneidende Veränderung in die Fotografiermöglichkeiten am Flughafen Madrid. Der gesamte Flugverkehr wird sich in Zukunft relativ weit entfernt von öffentlich zugänglichen Stellen abspielen. Man hat somit außer vermutlich im Anflug keine guten Fotomöglichkeiten mehr zu erwarten.

Diese Tatsache zusammen mit dem Wissen über den interessanten Verkehr in Madrid hat mich veranlasst nach Möglichkeiten für eine Reise noch vor dem 01.04.2007 zu suchen.

Schnell stand für mich meine favorisierte Anreise nach Madrid fest. LAN Airlines verlängert seit vielen Jahren ihren Kurs Santiago-Madrid weiter bis nach Frankfurt. Eingesetzt wird auf dieser Strecke der A340-300. Für mich war schnell klar, dass ich auf diese Weise anreisen wollte, da es sich zum einen um eine recht exotische Fluglinie handelt, ich noch nie A340 geflogen war und vor allem auch die Preise mit ca. 85€ für ein Returnticket ab Frankfurt recht human waren.

Schnell hatte ich einen Mitstreiter überzeugt mich auf der Reise zu begleiten, da auch er unbedingt noch vor den Umbaumaßnahmen noch einmal nach Madrid wollte.

 

Am 10.03. sollte es dann losgehen. Wir verabredeten uns für den ICE um 12:24 am Hamburger Hauptbahnhof. Wir hatten uns aufgrund der flexibleren Reisezeiten, bei eventuell auftretenden Verspätungen für die Bahn entschieden. Zeitlich machte dies keinen großen Unterschied und preislich war die Bahn mit ca. 60€ return auch recht attraktiv.

Die Zugfahrt nach Frankfurt verlief vollkommen  reibungslos. Pünktlich kamen wir am Frankfurter Hauptbahnhof an und machten uns mit der S-Bahn auf den weg zum Flughafen. Dort angekommen ging es mit dem SkyTrain zum Terminal 2 um dort auch sogleich einzuchecken. Auf dem Monitor entdeckten wir, dass der Flug aus Madrid ca. 2,5 Stunden Verspätung haben sollte. Damit hatten wir absolut nicht gerechnet, da er am Morgen in Madrid noch vor Planzeit eintreffen sollte. Am Check-In wurde uns mitgeteilt, dass der Abflug sich vermutlich nur um eine halbe Stunde verzögern solle, da die Maschine normalerweise ja in Frankfurt fast 3 Stunden steht.

Letztendlich traf der Flug aus Santiago und Madrid jedoch erst nach der Planmäßigen Abflugzeit in Frankfurt ein, so dass sich unser Abflug weiter verzögern sollte.

 


10.03.2007

LA 705    Frankfurt-Madrid

A340-313(X)    CC-CQE

geplant:  19:40 - 22:15

tatsächlich:  21:24 - 23:22

Preis:  49,59€

Auslastung:  ca. 45%

 

Um ca. 20:40 begann dann endlich das Boarding für unseren Flug. Was dann auch recht zügig abgeschlossen war. Um kurz nach 21 Uhr dann endlich der Push-Back. Jetzt musste nur noch der gesamte Weg zur Startbahn 18 West zurückgelegt werden. An der Startbahn-West angekommen, mussten wir noch abwarten bis ca. 5 Maschinen gestartet waren und dann ging es um 21:24 endlich los Richtung Madrid. Nach dem Abheben war es schon recht deutlich zu merken, dass der A340 eine wesentlich geringere Steigleistung als kleinere Flugzeuge besitzt.

Der weitere Flug war recht unspektakulär. Je weiter wir südlich kamen, desto besser wurde das Wetter. Aber da außer hier und da ein paar Lichtern nicht wirklich was zu sehen war, verbrachte ich einen Großteil der Zeit mit dem Bordunterhaltungsprogramm und Schlafen.

Ich wachte wieder auf, als wir schon mit dem Queranflug auf die Bahn 33R begonnen hatten. In einer engen Rechtskurve gingt es dann in den Endanflug über und um 23:22 setzten wir endlich in Madrid auf. Nun musste wir nur noch ein kurzes Stück zum Terminal 4S rollen.

Zum eigentlichen Terminal ging es dann unterirdisch mit der Bahn. Nach einigen Minuten kam dann auch endlich unser Gepäck und wir konnten uns erschöpft auf den Weg zum Hotel machen. Leider fuhr hier nach 23:00 kein Shuttlebus mehr, so dass wir uns wohl oder übel ein Taxi nehmen mussten. 

Übernachtet haben wir die beiden Nächte im Hotel Amura in Alcobendas. Das Hotel an sich (4*) ist von der Ausstattung und vom Essen her sehr zu empfehlen. Der Shuttlebus und der Service lassen jedoch sehr zu Wünschen übrig.

 

Nach dem Frühstück ging es dann um 9 Uhr mit dem Shuttlebus zum Terminal 2 um nun endlich zu spotten. Wir hatten uns entschiedenen die bekannten Position zwischen den Terminals 3 und 4 zu nutzen. Eine Wegbeschreibung hatten wir nur über den Ort Barajas und so machten wir uns zu Fuß dorthin auf den Weg. Später stellte sich heraus, dass dies ein Riesen Umweg war. Aber alles halb so Wild, da das Licht eh noch nicht rum war. Eigentlich hätte man nur rechts aus dem Terminal 3 hinausgehen müssen und wäre dann immer der Straße nach bis zum großen Kreisel (2.) gegangen. 

Nach einer Klettertour hatten wir dann auch die eigentliche Position erreicht und verbrachten den gesamten Tag bis zum Sonnenuntergang dort.

 

einige meiner Flugzeugbilder aus Madrid gibt es hier:

 

 

Nach dem schönen Sonnenuntergang um ca. 19:15 ging es dann den direkten Weg ;-) zurück zum Terminal 3 um dort auf den Shuttlebus zu warten. Dies sollte sich wieder als Reinfall herausstellen. Um ca. 19:45 hatten wir im Hotel angerufen und den Shuttle angefordert, der wie man uns sagte sich auch gleich auf den Weg machen sollte. Als er nach einer dreiviertel Stunde immer noch nicht aufgetaucht war riefen wir genervt erneut im Hotel an. Nun wurde uns mitgeteilt, dass der Bus Sonntags nur bis um 20:00 fahren würde und der Fahrer schon Feierabend gemacht habe. Das konnte man uns komischerweise nicht vorher mitteilen. Das scheint der berühmte spanische Service zu sein. Leider blieb uns also nix anderes übrig als erneut ein Taxi zum Hotel zu nehmen.

 

Am nächsten Morgen ging es dann nach ausgiebigem Frühstück mit Gepäck wieder Richtung Flughafen. Wir begaben uns nochmals für ca. 1,5 Stunden zur Spottingposition und konnten noch den einen oder anderen netten Flieger ablichten. Zu um 12 Uhr ging es dann mit dem Airportshuttle zum Terminal 4 um für den Rückflug einzuchecken. Anschließend ging es durch die Sicherheitskontrolle wieder zur Bahn um zum Terminal 4S hinüber zu fahren.

Am Gate angekommen war auch unsere Maschine bereits aus Santiago eingetroffen. So dass pünktlich mit dem Boarding begonnen werden konnte. Dies dauerte diesmal etwas länger, da die Maschine recht gut gebucht war.

 

12.03.2007

LA 704    Madrid - Lyon (Frankfurt)

A340-313(X)    CC-CQE

geplant:  14:10 - 16:50

tatsächlich:  14:17 - (15:44)

Preis:  30,98€

Auslastung:  ca. 85%

 

Pünktlich begann der Push-Back und wir rollten den kurzen Weg zur Startbahn 36R.

 

 

Um 14:17 dann der Start gefolgt von einer leichten Rechtskurve Richtung Frankfurt.

 

Im Steig- und Reiseflug hatten wir dann die ganze Zeit einen schönen Blick auf das zu dieser Jahreszeit noch recht grüne spanische Festland.

Der Flug verlief zunächst völlig Reibungslos.

 

 

 

Wir überflogen die Pyrenäen und befanden uns nun in französischem Luftraum.

Im hintere Kabinenbereich teilte eine junge Dame der Kabinenbesatzung mit, dass sie sich nicht gut fühle. Kurze Zeit später wurde sie bewusstlos. In Absprache mit Ärzten die sich zufällig an Bord befanden entschied sich die Besatzung für eine Notlandung im französischen Lyon.

 

 

Sehr zügig begann dann auch der Sinkflug. Es war beeindruckend, wie schnell man im Notfall seine Reiseflughöhe verringern kann. 

 

 

 

Wir kreisten während des Sinkfluges die gesamte Zeit über Lyon.

 

 

Mit dauerhaft ausgefahrenen Spoiler (Störklappen) ging es sehr zügig bis auf eine Flughöhe von ca. 8000ft.

In einer weiteren Rechtskurve begann dann der weitere Sink- und Endanflug auf den Flughafen Lyon.

 

 

 

Dort setzten wir dann sicher um 15:44 auf.

 

 

Nach der Landung ging es dann zügig Richtung Terminal, wo bereits ein Rettungswagen wartete. Die Passagierin wurde nach einiger Zeit von Bord transportiert.

 

 

Anschließend passierte lange zeit überhaupt nix. Die Kabinenbesatzung brachte zwei Getränkerunden. Der Pilot meldete sich des öfteren, um mitzuteilen dass sich der Abflug noch um einige Zeit verzögern wird. Die französischen Behörden erteilten keine Starterlaubnis.

Nach langem hin und her begann dann um 17:50 endlich der Push-Back. Wir hatten mittlerweile über 2 Stunden am Terminal gestanden.

 

 

 

12.03.2007

LA 704    (Madrid) Lyon  -  Frankfurt

A340-313(X)    CC-CQE

geplant:  14:10 - 16:50

tatsächlich:  (17:59) - 19:11

 

 

Um 17:59 dann Endlich der Start zum Weiterflug nach Frankfurt. 

 

 

Direkt nach dem Start ging es in einer scharfen Rechtskurve auf einen Südlichen Kurs. In leichten Linkskurven wurde der Kurs dann anschließend nach und nach Richtung Nord-Ost geändert. Es ging vorbei am Montblanc Richtung Zürich und von dort Richtung Frankfurt.

 

 

Im Luftraum war recht viel Verkehr. So auch während des Sonnenuntergangs (s.O.)

 

 

Der weitere Flugverlauf war dann recht unspektakulär. Der Anflug auf den Flughafen Frankfurt begannen wir von Osten. Um dann über Mainz eine 180° Drehung auf den Endanflug-Kurs der Bahn 07R zu machen.

Um 19:11 dann endlich die Landung in Frankfurt mit anschließendem Rollen zum Terminal 2.

 

Nach dem Aussteigen verbrachten wir dann eine ganze Zeit in der Warteschlage an der Passkontrolle. Dafür kamen dann sofort bei Ankunft am Gepäckband auch schon unsere Koffer:

 

Hier nochmals die vermutlich selten so zu sehende Anzeigetafel. Normalerweise taucht dort vermutlich eher der Flughafen Madrid anstatt Lyon auf.

 

 

Unsere angedachte Zugverbindung zurück nach Hamburg war natürlich schon lange hinfällig. Nach fast einer Stunde Wartezeit fuhren wir dann um 21:13 mit dem ICE Richtung Hamburg, wo wir gegen 01:30 eintrafen.

 

Insgesamt waren wir mit der Reise sehr zufrieden. Auch wenn lange nicht alles so geklappt hat, wie es geplant war. Das schöne Wetter und die Foto-Ausbeute haben aber für alle Unannehmlichkeiten entschädigt. Im Nachhinein hätten wir gerne noch einen weiteren kompletten Tag am Flughafen Madrid zur Verfügung gehabt.

 

 

(Fotos mit freundlicher Unterstützung von Okke Behm und Nicolas Kersting)